Illustration eines Reporters, der mit einem Mikrophon einen Buddha in Meditationshaltung interviewed, um ein paar gute Zitate zu "Innerem Frieden" zu bekommen.

Innerer Frieden Buddhismus Zitate

Avatar von Sven

Innerer Frieden ist im Buddhismus eine trainierbare Geisteshaltung. Das Ölschalen-Gleichnis aus dem Pali-Kanon (SN 47.19) zeigt die Bedingung: Wer die Schale bis zum Rand gefüllt durch eine Menschenmenge trägt, ohne einen Tropfen zu verschütten, braucht ununterbrochene Achtsamkeit (Sati). Innerer Frieden entsteht demnach nicht durch das Einfordern von Ruhe, sondern durch das Üben von Geistesgegenwärtigkeit, mitten im Alltag.

Wenn es um „Inneren Frieden“ geht, gelten Buddhisten als Experten. Sicher ein Grund, warum „Innerer Frieden Buddhismus Zitate“ etwa 1.300-mal im Monat in die Suchmaschine eingegeben wird.

Dabei reicht eigentlich auch ein Blick in die sogenannten Sozialen Medien: Jedes zweite Posting scheint sich um „inneren Frieden“, „Ruhe & Gelassenheit“ und die „Mitte“ zu drehen. Aber offenbar reicht das nicht. Denn sonst müssten wir allein durchs Scrollen erleuchten.

Es ist also komplizierter.

Daher stelle ich hier erstmal ein paar Hintergründe zum Thema „Innerer Frieden“ und „Buddhismus“ zusammen, bevor du weiter unten im Text eine Sammlung von Zitaten zum Thema findest.

Ich glaube, dass ist wichtig. Denn du wirst keinen inneren Frieden mit einer wohlklingenden Weisheit findest, wenn du nicht verstehst, in welchem Zusammenhang sie gelehrt wurde.

Wenn dich die Hintergründe nicht interessieren, dann springe hier direkt zur Zitatsammlung.

Der Buddhismus stellt fest, dass unser Leben weit entfernt von Ausgeglichenheit und Ruhe ist. Im Gegenteil: Es gibt nicht nur eine Form, sondern drei Formen von Unruhe, drei Arten von „Dukkha“: Schmerz, den man spürt. Unfrieden, der aus der Vergänglichkeit aller angenehmen Zustände entsteht. Und eine dritte, tiefere Form, die Unzufriedenheit, die aus der Struktur des konditionierten Geistes selbst kommt.

Daraus folgt, dass es nichts Äußerliches gibt, dass dir dauerhaft inneren Frieden bieten kann: Kein Job, keine Beziehung, kein Urlaub, kein Konsum. Was der Buddha als „inneren Frieden“ beschreibt, ist nicht die Abwesenheit von Störungen, sondern eine Qualität des Geistes, die von Störungen unberührt bleibt.

Was also tun?

Mehr zur Diagnose: Dukkha – was der Buddha wirklich mit Leiden meinte

Innerer Frieden Zitate: Das Ölschalen-Gleichnis

Der Weg zum „inneren Frieden“ führt über die Achtsamkeit. Was damit genau gemeint ist, habe ich hier beschrieben. Der Witz ist: Innerer Frieden ist harte Arbeit. Zumindest am Anfang des Weges. Das wird im Sedaka Sutta (SN 47.20) beschrieben, dort findest du dieses Gleichnis: Stell dir vor, du musst eine Schale, die randvoll mit Öl gefüllt ist, durch eine tosende Volksmenge tragen. Hinter dir geht jemand mit einem gezückten Schwert und sagt: „Wenn du auch nur einen Tropfen verschüttest, schlage ich zu.“ Würdest du dich ablenken lassen?

Wer eine randvolle Schale trägt und nichts verschütten will (oder darf), hat im Geist keinen Platz für Grübeleien. Er ist vollständig bei der Sache.

In meinem Intensiven Arbeitsbuch zum Edlen Achtfachen Pfad gibt es eine moderne Version dieser Übung: Füll ein Glas Wasser bis, es nur noch von der Oberflächenspannung am Überlaufen gehindert wird. Das Wasser ist dein innerer Frieden – oder deine Achtsamkeit. Geh damit drei Minuten durch deine Wohnung. Setz dich hin. Steh auf. Öffne eine Tür. Schau aus dem Fenster. Verschütte keinen Tropfen.

Beobachte deinen Geist dabei. Ist da Platz für Sorgen?

Das ist das Gefühl von Bewahren (Anurakkhanā). Der Frieden ist schon da – er muss nicht erzeugt werden. Er darf nur nicht verschüttet werden.

Innerer Frieden Buddhismus: Die Bedingungen

Der Buddha lehrte, dass der Frieden kein Geschenk oder eine Gnade ist. Stattdessen ist dieser Frieden das Resultat bestimmter Bedingungen. Diese Bedingungen sind im Edlen Achtfachen Pfad beschrieben. Neben Weisheit und Meditation (Sammlung) ist „Ethik“ im Buddhismus ein wesentlicher Aspekt, um inneren Frieden zu erlangen. Das ist auch für Anfänger*innen im Buddhismus der zugänglichste Teil. Denn es braucht kein gutes Verständnis der Lehrer oder eine stabile Meditation. Die Idee ist dabei einfach:

Wer weiß, dass er anderen geschadet hat, trägt das mit sich. Die Unruhe, die dabei entsteht, ist nicht metaphysisch, sondern neuronal.

Innerer Frieden beginnt mit Integrität, nicht mit Atemübungen.

Das zweite Fundament ist die Geistespflege. Der Metta-Sutta beschreibt es: „Wie eine Mutter ihr einziges Kind mit ihrem Leben beschützt, so entfalte man ein grenzenloses Herz gegenüber allen Lebewesen.“ Diese Liebe ist das Gegenmittel zu dem, was inneren Frieden am meisten zerstört: Groll, Neid, unverarbeiteter Hass.

Die Metta-Formel endet immer so: „Möge ich in Frieden leben. Möge ich frei von Leiden sein. Mögen alle Wesen in Frieden leben.“ Man beginnt bei sich. Das ist nicht Egoismus, sondern Ehrlichkeit: Wer selbst keinen Frieden hat, kann ihn nicht ausstrahlen.

Mehr zur Metta-Meditation und zur liebenden Güte

Was das mit dir zu tun hat

Der Buddhismus bietet eine Methode, die Bedingungen zu verstehen, die Unfrieden erzeugen – und eine Praxis, diese Bedingungen Schritt für Schritt zu verändern.

Dafür gibt es drei Türen: Ethik (Sīlā), Meditation (Samādhi) und Weisheit (Paññā). Wer nur die Meditationstür benutzt und die anderen zwei ignoriert, wird merken, dass die Wirkung begrenzt bleibt.

Der Edle Achtfache Pfad ist ein vollständiger Weg, um inneren Frieden zu erlangen.

Und nun, wie versprochen eine Sammlung von Zitaten, zu inneren Frieden im Buddhismus:

Innerer Frieden Buddhismus Zitate

„Es gibt kein Feuer wie die Gier, kein Unrecht wie den Hass, kein Leiden wie die Anhaftung – und kein Glück jenseits des Friedens.“ (Dhp 202)

„Sieg erzeugt Feindschaft, der Verlierer schläft schlecht. Wer friedlich ist, ruht in Frieden – jenseits von Sieg und Niederlage.“ (Dhp 201)

„Gesundheit ist der höchste Gewinn, Zufriedenheit der größte Reichtum, Vertrauen die beste Familie – Erlöschen das höchste Glück.“ (Dhp 204)

„Wer den Nektar der Stille getrunken hat und den Nektar des Friedens, ist frei von Angst und frei von allem Übel.“ (Dhp 205)

„Ihr Geist ist friedlich, friedlich sind ihre Worte und Taten. So einer ist im Frieden, befreit durch rechtes Verstehen.“ (Dhp 96)

„Übe so, um den Zustand des Friedens zu verwirklichen.“ (Snp 1.8, Metta Sutta)

„Mit Liebe für die ganze Welt – entfalte ein grenzenloses Herz.“ (Snp 1.8, Metta Sutta)

„Ein Mönch, der über Liebe meditiert, verwirklicht den friedvollen Zustand – das selige Stillwerden aller Dinge.“ (Dhp 368)

„Wer mit friedvollem Geist eine leere Hütte betritt, findet eine übermenschliche Freude.“ (Dhp 373)

„Ruhig im Körper, ruhig in der Rede, friedlich und gelassen – das nennt man einen, der im Frieden ist.“ (Dhp 378)

„Lass nicht zu, dass das Verhalten anderer deinen inneren Frieden zerstört.“ – Dalai Lama

„Weltfrieden muss aus innerem Frieden erwachsen.“ – Dalai Lama

„Ein ruhiger Geist schenkt innere Stärke und Selbstvertrauen.“ – Dalai Lama

„Ein disziplinierter Geist führt zu Glück, ein undisziplinierter zu Leid.“ – Dalai Lama

„Wahres Glück gründet im Frieden.“ – Thich Nhat Hanh

„Einatmend beruhige ich Körper und Geist. Ausatmend lächle ich.“ –Thich Nhat Hanh

„Frieden entsteht immer dann, wenn wir loslassen.“ –Ajahn Chah

„Lässt du ein wenig los, hast du ein wenig Frieden.“ –Ajahn Chah

„Lass dich nicht in den Sturm anderer ziehen. Zieh sie in deinen Frieden.“ –Pema Chödrön

„Erkenne tief, dass der gegenwärtige Moment alles ist, was du hast.“ –Eckhart Tolle

„Frieden entsteht, wenn unser Herz offen ist wie der Himmel, weit wie das Meer.“ –Jack Kornfield


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